Sapa (10.10. - 13.10.2014)

Sapa liegt auf ungefähr 1.6000 Metern Höhe im Norden Vietnams. Dort leben Menschen der Hmong, Dao und Tay Stämme. Am frühen Morgen fuhren wir mit dem Bus nach Ha Noi. Dort angekommen, wechselten wir in einen Schlafbus, der uns in ca. 4,5 Stunden nach Lào Cai brachte. Weitere 45 Minuten später waren wir endlich in Sapa und wurden direkt von Einheimischen "belagert". Traditionell gekleidete Vietnamesen priesen Schmuck und genähte Textilien an und ließen nicht locker, ehe eine von uns etwas gekauft hatte. Es war schon komisch mit anzusehen, wie die Völker aus ihrer Kultur Kapital schlagen wollen. Sogar kleine Kinder wurden losgeschickt, um Waren zu verkaufen. Teilweise hatten diese sogar ihr kleines Geschwisterkind auf dem Rücken geschnürt. Wir besuchten ein traditionelles Dorf, Cat Cat. Leider war es nebelig. Trotz allem konnten wir die Aussicht genießen.Vielleicht werde ich nochmal zu einer geeigneteren Jahreszeit hinfahren.
In dem Dorf gab es viele Stände, an denen man die Möglichkeit hatte, etwas zu kaufen. Außerdem konnte man sich anschauen, wie die Menschen dort leben. Die Wohnhäuser waren nur sehr sporadisch ausgestattet. Am Ende des Dorfes gelangten wir zu einem schönen Wasserfall.
in der Nähe Hanois wohnen
und gemeinsam in Sapa Urlaub machen. Wir aßen Süßkartoffeln, machten
zahlreiche Fotos zusammen und nach mehrmaligem Bedanken verabschiedeten
sie sich von mir. Total verrückt, dass sie sie bei mir bedankten,
schließlich hatten sie mich eingeladen. Das war ein sehr schönes
Erlebnis, die Familie war so unglaublich nett. Ich werde sie mit
Sicherheit wiedertreffen. Am letzten Tag erkundeten wir mit Rollern die Gegend. Leider war es auch heute nebelig und kalt. Trotzdem war es ein tolles und befreiendes Gefühl, durch die Berge zu fahren. Vietnamesisch-deutscher Austausch (22.10.2014) und Halloweenfeier (30.10.2014)
Vor einiger Zeit lernten wir Ky kennen. Er wohnt gemeinsam mit seiner Frau in Bac Giang und hat in seiner Jugend in Deutschland gelebt und studiert, sodass er gut Deutsch spricht. Es ist schön, einen deutschsprachigen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, auch mal tiefgründigere Gespräche führen zu können. Ky organisierte einen Vietnamesisch-Deutschen Austausch für uns, der in der Technischen Hochschule Bac Giang stattfand. Es waren unter anderem Vietnamesen da, die
einige Zeit als Gastarbeiter in der DDR gearbeitet haben. Zudem wohnten einige Studenten und der Direktor der Hochschule der Veranstaltung bei. Wir mussten uns selber vorstellen (das klappte sogar schon auf Vietnamesisch) und berichteten, aus welchen Beweggründen wir nach Viet Nam gekommen sind und warum wir einen Freiwilligendiest absolvieren. Letztlich hatte der Direktor das Wort. Er freute sich, dass wir den Weg zu seiner Hochschule gefunden hatten und gab zu verstehen, dass wir jederzeit willkommen sind.
Im Anschluss daran gab es ein vietnamesisch-deutsches Buffet. Ky stellte
hierfür extra selber Wurst und Senf her imd Kartoffelsalat und
Gnochisuppe. Es wurde viel über unsere Arbeit gesprochen und über das Leben in Deutschland.
Der Direktor lud uns noch zu der Halloweenfeier der
Hochschule ein. Leider kamen wir zu dieser ein bisschen zu spät, sodass
der Raum schon voller Menschen war, die applaudierten, als wir den Raum
betraten. Es fanden verschiedene Programmpunkte statt, unter Anderem Hip
Hop, Standarttanzen und einen Vortrag über Halloween. Letztlich mussten
wir auf die Bühne ein deutschsprachiges Lied singen und berichten, wie wir in Deutschland Halloween feiern.
Hoa Binh (24.10. - 26.10.2014)
Wir haben Henni, Marlene und Lukas in Hoa Binh besucht. Schon die Fahrt dorthin war total lustig. Der Busbegleiter kannte unsere Vorgänger und begrüßte uns sehr herzlich mit einer Umarmung. Im Laufe der Fahrt entpuppte er sich als alternativer Arzt. Er drückte Nina und mir verschiedene Punkte unseres Körpers und massierte uns. Alles in allem eine sehr skuriele Fahrt. Landschaftlich gesehen ist Hoa Binh ganz anders als Bac Giang. Wo letzteres von der Umgebung wenig spektakulär ist, ist Hoa Binh total schön. Es gibt Berge, viel Grün und einen Fluss, der sich durch die Stadt zieht. Zudem gibt es in Hoa Binh einen riesigen Staudamm und ein sehr bekanntes Wasserkraftwerk. Hier wird der Strom für den ganzen Norden produziert.




Ha Long Bay / Cat Ba (12.11. - 14.11.)
Auch dieses mal ging es recht früh los. Wir (Leos Freunde Jonas und Noah begleiteten uns) trafen in Ha Noi auf die Hoa Binh Truppe und anh Thang und fuhren von dort in einem Minibus nach Ha Long. Die Fahrt dorthin dauerte etwa 3 1/2 Stunde. In der Ha Long Bay ragen über 1000 Kalkfelsen (meist unbewohnte Inseln und Felsen) aus dem Wasser. Da ich bereits vor meiner Abreise viele Bilder davon gesehen hatte, freute ich mich unglaublich auf die Reise. Dort angekommen stiegen wir gemeinsam mit anderen Touristen auf eine Fähre, auf der es Essen (Fisch) gab. Direkt lernten wir ein deutsches Pärchen kennen. Sie buchten zu ihrem Trip ein Getränkepaket hinzu, welches ihnen die Bootcrew jedoch nicht zugestehen wollte. Sie letztlich jedoch gratis Bier aushandeln. Sie meckerten über die Menschen in Vietnam. Ich konnte es nachvollziehen, fand es jedoch total schade. Ich musste an all die netten Menschen denken, die ich bislang kennenlernen durfte. Sie hatten lediglich zu den Einheimischen Kontakt, die vom Tourismus abhängig sind und somit auch gerne mal ein wenig flunkern. Und aus diesen Erfahrungen zogen sie ein Urteil über die Vietnamesen. Schade! Wir besichtigten eine Höhle, die von innen bunt beleuchtet war. Für meinen Geschmack ein wenig übertrieben.
Anschließend ging es wieder auf ein Boot. Wir hatten die Gelegenheit, Kajak zu fahren und schwimmen zu gehen. Wir hatten die Befürchtung, dass es ein kalter Kurzurlaub wird. Dass das Wetter dann so gut wird, dass wir sogar schwimmen gehen konnten, hätte keiner gedacht. Die erste Nacht verbrachten wir dann auf dem Boot.
Am nächsten Morgen fuhren wir ans Festland der größten Insel Ha Long Bays (Cat Ba) und mit dem Bus weiter zu einem Nationalpark. Dort wanderten wir einen Hügel hoch und bekamen eine tolle Aussicht zu sehen. Anschließend fuhren wir zur "Touristenarea" Cat Ba`s, bezogen unser Hostel mit Blick aufs Wasser und gingen im Meer schwimmen.
Da zu dieser Zeit nicht so viele Touristen unterwegs sind, hatten wir den Strand für uns alleine. Da es am nächsten Tag zu warm war, konnten wir die geplante Fahrradtour leider nicht machen. So nutzten wir das gute Wetter und gingen schwimmen. Abends besuchten wir eine nette Bar und tauchten in die Welt der Backpacker ein. Es war spannend, ihren Eindrücke von Südostasien zu lauschen. Einen Tag später ging es zurück nach Ha Noi. Besuch aus der Heimat
Am 16.11. fuhr ich zum Flughafen Hanoi, um Stephi (eine sehr gute Freundin aus Hamburg) abzuholen. Sie reist schon seit einiger Zeit durch Südostasien und wollte nun Viet Nam bereisen. Mir gingen so viele Gedanken durch den Kopf. Ich malte mir aus, wie es wird, wenn wir uns sehen, wurde jedoch auch für einige Sekunden wehmütig, da ich an meinen Abschied erinnert wurde. Die Begrüßung fiel herzlich aus und es gab von beiden Seiten viel zu berichten. Sie lernte die anderen Freiwilligen kennen und fuhr gemeinsam mit uns nach Bac Giang. Stephi blieb bis zum kommenden Wochenende bei uns und unterstützte uns bei unserer Arbeit im Kinderdorf. Das kommende Wochenende verbrachten wir dann zusammen in Ha Noi. Unter anderem besuchten wir dort das Wasserpuppentheater. Ich hatte bereits davon gehört, konnte mir jedoch nichts darunter vorstellen. Es ist quasi ein Puppenspiel im Wasser, wobei selbst die Puppenspieler im Wasser stehen. Es werden kleine Geschichten erzählt, die durch Livemusik untermalt werden. Sehr empfehlenswert! Ich habe die gemeinsame Zeit sehr genossen, es ist schön, eine so vertraute Person um sich zu haben. Ab den 23.12. werden wir dann gemeinsam fünf Wochen verreisen (2 Wochen Nordthailand, 3 Wochen Philippinen). Ich freue mich darauf!Traurige Abschiede
Am 20.11. mussten wir zwei Freiwillige verabschieden. Es ist für uns alle total komisch, da wir als Gruppe schon sehr zusammengewachsen sind und viele gemeinsame Erfahrungen teilen. Aber wir müssen alle nach vorne schauen und können uns auf ein gemeinsames Wiedersehen in Deutschland freuen.
Das wars von mir. Es war viel auf einmal , aber nur ein kleiner Ausschnitt von dem, was ich hier erlebe. Was ich hier bereits gelernt habe ist, es bringt nichts, dass Leben zu planen. Es kommt doch immer anders. Gerade das ist das Spannende an dem Leben hier in Viet Nam. In den kommenden Tagen, werd ich nochmal was über die Arbeit im Kinderdorf schreiben. Das interessiert mit Sicherheit einige von euch.
Christin




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