Der Ausflug zum Wasserfall war
total schön. Bevor wir losgingen bereiteten wir alles für das BBQ vor. Wir
kauften auf dem Markt Fleisch, Tofu, Obst und Fisch. Anschließend fuhren wir mit
einem Privatbus ungefähr 30 Minuten, bis wir am Ziel waren. Dort angekommen mussten wir noch ein kurzes
Stück laufen. Doch dieses Stück hatte es in sich. Wir sprangen Stein für Stein
über Flüsse und mussten kleine Hügel hochklettern.
Als wir den Wasserfall sahen, sprangen wir direkt in das kühle Wasser
und der anstrengende Weg war vergessen. Nach einigen
Gruppenbildern wurde eine Feuerstelle für das BBQ eingerichtet, gegrillt und
gegessen. Spätnachmittags ging es zurück zu unserem Haus und der Abend wurde
mit einem Besuch beim Bia Hoi beendet.
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| alle Freiwilligen und Anh Thang |

Leider gibt es auch eine nicht so erfreuliche Nachricht. Ich bin am vergangenen Sonntag mit dem Rad gestürzt. Ich musste stark bremsen, da uns ein Autofahrer die Vorfahrt nahm (ziemlich naiv, zu denken, dass es hier eine Vorfahrtsregel gäbe). Auf der Straße lag viel Schotter, sodass die Reifen wegrutschten und ich auf die linke Seite fiel. Im ersten Augenblick war alles gut. Ich stellte das Rad wieder auf und regte mich über den Autofahrer auf, der einfach weg fuhr. Dann kamen schon erste besorgte Vietnamesen auf uns zu, um uns zu helfen. Wir wollten ihnen verständlich machen, dass es uns gut geht uns wir fahren können, bis sie schließlich auf mein Knie zeigten, welches ziemlich feste am Bluten war. So setzten wir uns an den Straßenrand, um uns kurz auszuruhen. Leider wurde daraus nichts. Mein Knie sah so schrecklich blutig aus, dass mir schlecht und schwindelig wurde und ich letztlich in Ohnmacht fiel. Ein Glück das Anna bis auf Schürfwunden nichts schlimmes passiert war. Als ich wach wurde wunderte ich mich über die Menschenmenge, die sich mittlerweile um uns versammelte. Ich stellte fest, dass ein Mann, der sogar ein wenig Deutsch sprechen konnte, uns etwas zu trinken kaufte und eine Frau bei der Apotheke Desinfektionsmittel und Verbandszeug. Sie hatte mir sogar das Bein verbunden. Anna rief Nina und Johannes an, die vorgefahren waren, um sie zurückzurufen. Die nette Frau, die direkt nach dem Sturz zu uns geeilt ist, hatte uns ein Taxi bestellt und wollte, dass wir zum „Bác sĩ“ (Arzt) fahren. Glücklicherweise kam auch Anh Tuan (ein Mannschaftskollege von Johannes und Leo) zur Unfallstelle. Er konnte verständlich machen, dass wir einfach nur nach Hause wollten. Die nette Frau (ich weiß leider nicht, wie sie hieß) begleitete uns bis ins Haus, wo wir den Verband öffneten. Leider sagten mir dann auch die anderen, dass es besser wäre zum Arzt zu gehen. So bestellten wir ein neues Taxi und fuhren zum Krankenhaus. Dort angekommen, erfüllten sich meine Horrorvorstellungen eines Krankenhauses in Bac Giang. Die Wände waren schimmelig und alles wirkte dreckig. Die Vorstellung, ich müsse hier genäht werden, war in dem Moment unglaublich beängstigend. Ich war so froh, dass Anna, Johannes und Anh Tuan mitgekommen sind. Da der Arzt lediglich vietnamesisch sprach, versuchte Anh Tuan uns alles zu erklären und telefonierte zeitweise sogar mit Anh Thang, der uns auf Englisch übersetzen konnte. Blöde Situation! Um uns herum lagen die Kranken auf Liegen. Einer von ihnen sah besonders schlimm aus. Dieser Mann wurde vor mir geröngt. Leider hielten es die Mitarbeiter des Krankenhauses nicht für wichtig, die Liege zu reinigen. So musste ich auf die blutverschmierte Liege. Aber zu dem Zeitpunkt war es mir fast egal. Anschließend ging es zurück in den Behandlungsraum, wo ich eine Spritze in den Arm und mindestens vier ins Knie bekam. Dann wurde mein linkes Knie genäht. Ich war so unglaublich froh, als alles vorbei war und wir im Taxi nach Hause saßen.
Das Ganze ist nun vier Tage her. Leider hat sich die Wunde ein wenig entzündet, sodass ich morgen nach Hanoi fahre, um sie dort im internationalen Krankenhaus nachbehandeln zu lassen. Ich hoffe, dieses Mal wird es weniger schmerzhaft. Ich möchte mich noch kurz bedanken. Zuerst einmal bei Anna, Johannes und Anh Tuan. Ich war so froh, dass ihr bei mir wart und mir ein Stück weit Ruhe gegeben habt. Außerdem bei meiner Familie und Johannes Eltern, die sich in Ferndiagnosen übten. Und natürlich auch bei allen anderen aus dem Haus. Danke, dass ihr mich so nett unterstützt (habt). Danke euch allen!!!




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